Frauengesundheit: Den Zyklus verstehen
Der weibliche Zyklus ist ein natürlicher Prozess und begleitet Frauen über viele Jahre hinweg. Das Thema müsste allen geläufig sein. Ist es aber nicht. Im Gegenteil: Die Menstruation und der weibliche Zyklus ist in der Schweiz immer noch ein Tabu. Den eigenen Zyklus besser zu verstehen, bedeutet nicht, dass jeder Tag perfekt geplant werden muss. Vielmehr hilft dieses Wissen dabei, den Körper bewusster wahrzunehmen und seine Bedürfnisse besser zu erkennen.
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Die Vier Zyklusphasen
Der Kreislauf des Zyklus wird von Hormonen aus dem Hypothalamus, der Hirnanhangdrüse und aus den Eierstöcken gesteuert.
Menstruation; Zeit zum Regenerieren
Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Blutung. Damit sinken die Hormone Östrogen und Progesteron auf ihren Tiefpunkt. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestossen. Damit das Abstossen funktioniert, ziehen sich die Muskeln in der Gebärmutter zusammen und entspannen sich wieder. So kann das Blut durch die Vagina abfliessen. Es kommt zur Regelblutung.
Bei Menstruationskrämpfen werden sogenannte Prostaglandine ausgeschüttet. Das sind Botenstoffe, die Entzündungsprozesse fördern und Schmerzen verstärken können. Eine entzündungsarme Ernährung mit weniger Zucker, Alkohol und stark verarbeiteten Produkten, dafür mehr unverarbeiteten, nährstoffreichen Lebensmitteln, wirkt unterstützend gegen krampfartige Schmerzen.
Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung kann den Körper während dieser Phase unterstützen. Eisenreiche Lebensmittel sind besonders sinnvoll, insbesondere bei stärkeren Blutungen. Vitamin C kann gleichzeitig die Aufnahme von Eisen verbessern. Testen Sie unseren wärmenden Linsen-Spinat-Eintopf.
Weitere unterstützende Massnahmen in dieser Phase sind: leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Yoga oder Wärme auflegen. Auch transkutane Elektroneurostimulation (TENS) kann helfen.
Follikelphase (oder auch Proliferationsphase genannt); Energie-Booster
Die Hirnanhangsdrüse setzt das follikelstimulierende Hormon, kurz FSH, frei. In den Eierstöcken reifen nun Follikel heran und die Gebärmutterschleimhaut baut sich wieder auf. Während der Follikelphase steigt der Östrogenspiegel an. Die hormonellen Veränderungen können sich unter anderem auf Stimmung, Energie und Wohlbefinden auswirken. Viele Frauen erleben in dieser Phase mehr Energie.
Eine ausgewogene Ernährung ist in dieser Phase oft ausreichend. Den Eisenspeicher weiter aufzufüllen, ist auch in dieser Phase wertvoll.
Ovulationsphase (Eisprung); Zeit zum Aufblühen
Der hohe Östrogenspiegel kurz vor dem Eisprung führt über eine positive Rückkopplung zu einem starken Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH), dem sogenannten LH-Peak. Zu diesem Zeitpunkt ist normalerweise ein Follikel in einem der beiden Eierstöcke voll ausgereift und überlebensfähig. Beim Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt und vom Eileiter aufgenommen. Dort ist sie etwa zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig. Nach dem Eisprung wandelt sich der verbliebene Follikel in den Gelbkörper um, der Progesteron produziert.
Rund um den Eisprung berichten manche Frauen von einem erhöhten Energielevel. Viele fühlen sich leistungsfähiger und sozial aktiver. Es kann dennoch vereinzelt zu leichten Beschwerden kommen.
In dieser Phase sollte bei der Ernährung auf Bewährtes und Gewohntes gesetzt werden.
Lutealphase; Gut vorbereitet auf die Menstruation
Aus der verbliebenen Eihülle im Eierstock bildet sich durch den Einfluss des Hormons LH der Gelbkörper. Der Gelbkörper produziert Progesteron und unterstützt damit den Aufbau und Erhalt der Gebärmutterschleimhaut. Der weitere Verlauf der Menstruationszyklus-Phase hängt davon ab, ob die Eizelle befruchtet wird oder nicht:
Wenn die Eizelle befruchtet wird, teilt sie sich auf dem Weg in die Gebärmutter mehrmals und nistet sich in der Gebärmutterschleimhaut ein. Die nächste Regelblutung bleibt aus und in der Gebärmutter wächst neues Leben heran.
Wird die Eizelle nicht befruchtet, stirbt sie ab. Der Zervixschleim wird wieder zähflüssiger. Gleichzeitig bildet sich der Gelbkörper zurück, die Produktion des Progesterons nimmt ab, die Gebärmutterschleimhaut wird rissig und schliesslich abgestossen. Es kommt zur Menstruation ein neuer Zyklus beginnt.
In der Lutealphase können Appetit und Energiebedarf bei manchen Frauen etwas ansteigen. Eine ausgewogene Ernährung hilft dabei, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Vollkornprodukte, Nüsse, Samen, Obst und Gemüse liefern unter anderem Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Ein selbstgemachter, eisenreicher Snack wie unsere Powerbars kann dabei eine praktische und nährstoffreiche Option für den kleinen Hunger zwischendurch sein.
Prämenstruelles Syndrom (PMS)
Das prämenstruelle Syndrom ist ein bei Frauen im Vorfeld der Menstruation auftretender Symptomkomplex.
Typische PMS-Beschwerden können Heisshunger oder veränderter Appetit, Bauchkrämpfe, Blähungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, Wassereinlagerungen oder Stimmungsschwankungen sein.
Regelmässige Mahlzeiten mit ausreichend Energiezufuhr, Kohlenhydratgehalt, Fokus auf Protein- und Eisen, kombiniert mit Vitamin C können in dieser Phase unterstützen.
Endometriose
Endometriose bezeichnet das Vorkommen von Endometrium ähnlichem Gewebe ausserhalb der Gebärmutterhöhle. Schätzungsweise sind rund 10 % der Frauen im gebärfähigen Alter von Endometriose betroffen.
Typische Beschwerden bei Endometriose sind Unterbauchschmerzen bis zu heftigen Schmerzen. Mögliche weitere Symptome sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sowie Bauch- und Rückenschmerzen, Blähungsgefühle während der Menstruation und auffällige Müdigkeit oder Erschöpfung. Auch Zyklusstörungen wie Zwischenblutungen oder besonders lange bzw. starke Blutungen sowie Blut im Urin oder Stuhl können auftreten.
Wenn Sie sich vertieft über Endometriose informieren möchten, finden Sie unter:
Heilkraut des Monats
Frauenmantel; Die Pflanze mit dem ewigen Wasser
Der Frauenmantel ist eine traditionelle Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde verwendet wird. Besonders bekannt ist er als Bestandteil von Kräutertees rund um Menstruation und Zyklus.
Tipp: Eine warme Tasse Frauenmanteltee am Abend kann ein kleines Ritual sein, um bewusst zur Ruhe zu kommen.