Unsere Gelenke im Alltag
Unsere Gelenke leisten täglich Schwerstarbeit, und oft merken wir erst, wie wichtig sie sind, wenn sie schmerzen. Wie kann man also aktiv vorbeugen?
Schmerzfrei bewegen und aktiv bleiben: Entdecken Sie im Blogbeitrag, wie Sie ihre Gelenke langfristig schützen können.
Inhalte im Überblick
Der Mensch hat eine Bandbreite an Gelenken im Körper eingebaut. Vom sehr kleinen Zehengelenk über das grosse Hüftgelenk zur Wirbelsäule bis zum Kiefergelenk. Es gibt verschiedene Gelenkformen, etwa das Kugelgelenk in den Schultern und Hüften oder das Scharniergelenk in Ellbogen und Knien.
Ein einzelnes Gelenk besteht aus zwei Knochen. Eine Kapsel, Bänder, Muskeln und Sehnen verbinden diese Knochen miteinander. Das Gelenk macht es möglich, dass wir die Finger biegen, die Hüften beugen oder den Mund öffnen können. Ein sehr wichtiger Teil des Gelenks ist der Knorpelüberzug an den Knochenenden sowie die Gelenkflüssigkeit: Sie sorgen dafür, dass das Gelenk läuft „wie geschmiert“.
Die Gelenkflüssigkeit wird im Ruhezustand zäh. Erst durch Bewegung wird sie wieder weicher und flüssiger und kann ihre Funktion erfüllen. Stabilisiert wird das Gelenk durch die Bänder, Sehnen und Muskeln. Je stärker die Muskeln, desto gefestigter und damit auch geschützter ist ein Gelenk.
Ein eingespieltes Team also.
Aber: Gelenke sind hohen biomechanischen Belastungen ausgesetzt und werden daher häufig bei Verletzungen des Bewegungsapparats in Mitleidenschaft gezogen.
Rheumatismus (oder kurz; Rheuma): Ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, also der Muskeln, Sehnen, Gelenke, Knochen oder des Bindegewebes. Die moderne Medizin kennt über 200 rheumatische Erkrankungen. Zwei häufig auftretende rheumatische Erkrankungen sind Arthrose und rheumatoide Arthritis.
Krankheitsbild Arthrose
Definition: Unter Arthrose versteht man den langsam fortschreitenden Abbau von Gelenkknorpel (primär degenerative Gelenkerkrankung). Im Gelenkspalt sind die Knochen mit einer dünnen Schicht aus Knorpel überzogen. Diese bildet beim gesunden Gelenk einen elastischen Puffer mit einer gut geschmierten, spiegelglatten Oberfläche. Bei Arthrose kommt es zur Schädigungen des Knorpels bis hin zu seiner kompletten Zerstörung. Zum Knorpelabbau kommt häufig eine Gelenkinnenhautentzündung hinzu.
Häufig vorkommend ist Arthrose an Knie, Hüfte und Fingern.
Ursache: Viele Formen der Arthrose entstehen durch Fehlstellungen sowie durch Über- oder Fehlbelastung der Gelenke. Auch Bewegungsmangel begünstigt die Entstehung, da der Gelenkknorpel über die Synovialflüssigkeit ernährt wird. Bei unzureichender Bewegung ist die Nährstoffversorgung eingeschränkt, wodurch der Knorpel geschädigt wird, an Elastizität verliert und schliesslich abgebaut wird.
Symptome: Frühe Symptome der Arthrose sind Anlaufschmerz, belastungsabhängige Gelenkschmerzen, Steifigkeit und gelegentliche Gelenkschwellungen. Im Verlauf können Bewegungseinschränkungen, Gelenkdeformierungen, Wetterfühligkeit und Ergussbildungen auftreten. Durch den Knorpelabbau kann es sekundär zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovitis) kommen. Trotz dieser entzündlichen Reaktionen zählt die Arthrose zu den nicht-entzündlichen (degenerativen) Formen des Rheumas.
Krankheitsbild rheumatoide Arthritis
Definition: Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Die chronisch-entzündliche Systemerkrankung betrifft die Innenhaut des Gelenks (Synovialis).
Ursache: Die Ursache der Erkrankung ist bis heute nicht vollständig klar. Man nimmt jedoch an, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei greift das körpereigene Immunsystem Gewebe und Bindegewebe an. Zudem besteht eine genetische Veranlagung.
Symptome: Erste Symptome treten meist in den kleinen Gelenken von Fingern und Zehen auf. Typisch sind chronische Schmerzen, Schwellungen, Überwärmung, Morgensteife (über 30 Minuten andauernd) und Druckempfindlichkeit. Die Erkrankung kann schleichend oder schubweise verlaufen, auf weitere Gelenke, Sehnenscheiden und Schleimbeutel übergreifen und langfristig zu Gelenkzerstörung führen. Zusätzlich treten allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Unwohlsein und leichtes Fieber auf.
CAVE: Trotz Gelenkschmerzen ist bewusste Bewegung zentral. Schonung führt zu Muskelschwäche und verstärktem Gelenkverschleiss, was die Schmerzen erhöht. Bewusste Bewegungen durchbrechen diesen Teufelskreis.
Sanftes Training hält die Gelenke beweglich, verbessert die Durchblutung und verhindert Versteifungen. Bewegung steigert die Endorphin-Ausschüttung, unterstützt die Herz-Kreislauf-Gesundheit und verringert Müdigkeit. Bei Übergewicht kann regelmässige Bewegung die Gelenke entlasten und gleichzeitig das Gewichtsmanagement unterstützen.
Gelenkschonende Sportarten für den Frühling:
- Schwimmen und Wassergymnastik
- Radfahren
- Nordic Walking
- Yoga / Pilates
Diese Sportarten belasten die Gelenke nur wenig und stärken gleichzeitig Muskeln und Bänder.
Eine ausgewogene Ernährung ist für die Gelenkgesundheit wichtig. Auch bei bestehender Arthrose oder rheumatoider Arthritis kann sie unterstützend wirken und Entzündungen im Körper reduzieren. Gesunde Ernährung trägt somit nicht nur zur Gelenkgesundheit, sondern zur allgemeinen Gesundheit und Gewichtsreduktion bei.
Wichtige Nährstoffe für eine gute Gelenkgesundheit:
- Omega-3-Fettsäuren: Während Omega-6-Fettsäuren entzündliche Prozesse fördern, hemmen Omega-3-Fettsäuren diese Entzündungsprozesse. Die Zufuhr von Omega‑3-Fettsäuren erfolgt vor allem über Fisch, grünes Blattgemüse sowie Chia-, Hanf- und Leinsamen, Walnüsse oder deren Öle.
- Proteine: Proteine stärken die Muskeln und stabilisieren die Gelenke. Empfohlen werden 1–1,5 g Eiweiss pro kg Körpergewicht. Bevorzugt sollten pflanzliche Quellen wie Eier, Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh oder Quorn werden. Fleisch sollte wegen der entzündungsfördernden Arachidonsäure nur sparsam auf dem Speiseplan stehen.
- Ballaststoffe: Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkorn fördern die Sättigung, stabilisieren den Blutzucker und unterstützen das Gewichtsmanagement.
- Antioxidantien: Sie wirken als Radikalenfänger und schützen die Zellen vor freien Radikalen, die Entzündungen fördern. Besonders wirksam sind Vitamin C, Vitamin E und Carotinoide. Vitamin C steckt beispielsweise in Beeren, Peperoni und Zitrusfrüchten und kann Entzündungen bei Arthrose modulieren.
- Vitamin D und Calcium: Vitamin D ist wichtig für Knochen, Muskeln und Knorpel. Gut versorgte Personen haben ein geringeres Risiko für Knie- oder Hüftarthrose. Die Hauptquelle ist die Sonne. Besonders in unseren Breitengraden ist eine Supplementierung (vor allem in den dunkleren Monaten des Jahres) sinnvoll.
Meal Prep, das Ihre Gelenke lieben! Crunchy, fruchtig & voller Omega-3, Ihr neuer Lieblingssalat?
Probieren Sie dieses Rezept aus und spenden Sie ihrem Körper genau das, was er braucht.
Für 4 Portionen / Haltbarkeit im Kühlschrank: mind. 4 Tage
Zutaten
Quinoa-Salat und Beilagen
- 1 EL Rapsöl,
- 1 Frühlingszwiebel
- 150 g Quinoa
- 5 dl Gemüsebouillon
- 250 g grüner Spargel
- 1 EL Rapsöl
- wenig Salz und Pfeffer zum abschmecken
- 250 g Erdbeeren
- 150 g Jungspinat
- 100 g Baumnüsse (grob gehackt)
- 2 EL Hanfsamen
- Optional: einige frische Blüten des Wiesenschaumkrauts
Chrunchy Kichererbsen
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250 g Kichererbsen (abgetropft aus der Dose)
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1 EL Rapsöl
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1 TL Paprikapulver
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2 Knoblauchzehen gepresst
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1/3 TL Salz, Pfeffer
Omega-3-Dressing
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Saft einer Zitrone
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1 EL Apfelessig (naturtrüb)
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1 TL Senf
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4 EL Leinsamenöl
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1 EL Ahornsirup
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Salz und Pfeffer zum abschmecken
Zubereitung
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Frühlingszwiebel waschen und klein schneiden. Öl in einer Pfanne erwärmen. Frühlingszwiebeln beigeben, kurz andämpfen. Quinoa beigeben, mitdämpfen. Gemüsebouillon zugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren. Quinoa zugedeckt unter gelegentlichem Rühren ca. 30 Min. weich köcheln, in eine Schüssel geben, etwas abkühlen.
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Die Kichererbsen abtropfen und gut abspülen und mit einem Küchentuch abtrocknen (macht sie extra knusprig). Mit Öl und Gewürzen mischen. Auf einem Backpapier bei 180°C Heissluft für 30 Minuten knusprig backen.
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Den Spargel waschen und bei Bedarf die holzigen Enden entfernen. Schräg in ca. 5 cm lange Stücke schneiden. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Spargel für ca. 8 Minuten auf mittlerer Hitze anbraten. Der Spargel ist dann noch schön knackig. Wenn Sie ihn weicher mögen, dann braten Sie ihn einfach etwas länger.
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Spinat und Erdbeeren waschen. Erdbeeren in Viertel schneiden.
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Baumnüsse grob hacken.
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Für das Dressing alle Zutaten gut mischen.
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Zusammenstellen: In Bowls oder Schüsseln nach Wahl Quinoa, Gemüse und Beeren verteilen. Mit Kichererbsen, Nüssen, Hanfsamen und optional einigen Blüten des Wiesenschaumkrauts toppen. Zuletzt Sauce darüber verteilen.
Als Meal Prep: In einem Glas nach dieser Reihenfolge schichten: Quinoa, Spargel, Erdbeeren, Spinat, gehackte Nüsse, chrunchy Kichererbsen, Hanfsamen und Wiesenschaumkraut.
Sauce separat mitnehmen und vor dem Essen im Glas verteilen.
Wiesenschaumkraut ist eine essbare Wildpflanze, die reich an Vitamin C und Bitterstoffen ist. Das Wildkraut kann äusserlich und innerlich angewendet werden.
Ackerschachtelhalm hat einen hohen Gehalt an wasserlöslicher Kieselsäure, die das Bindegewebe stärken kann. Die Pflanze wird traditionell bei rheumatischen Beschwerden und leicht geschwollenen Beinen genutzt.
Giersch wird in der traditionellen Medizin in Form von Wickeln und Auflagen gegen Gicht eingesetzt. Das Wildkraut kann harntreibend, entschlackend und entzündungshemmend wirken.
Fazit: Regelmässige Bewegung, gezielter Muskelaufbau und eine ausgewogene Ernährung stärken die Gelenke und können Schmerzen und Beschwerden reduzieren. Starten Sie noch heute mit kleinen Übungen und einer nährstoffreichen Ernährung, um Ihre Gelenke langfristig zu schützen.
Passend dazu: Entdecken Sie unsere gesundheitsfreundlichen Rezepte und unterstützen Sie Ihre Gesundheit: EGK-Rezepte
Jenny ist Pflegefachfrau und Food-Liebhaberin. Sie verbindet ihr Wissen aus der Gesundheitsbranche mit ihrer Leidenschaft für Essen, Ernährung und Food-Fotografie und entwickelt Rezepte, die Wohlbefinden und langfristige Gesundheit unterstützen.
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