Arve
(Pinus cembra)
Zirbelkiefer, Zirbenkiefer, Zirbel, Zirbe, Arbe – Kieferngewächse (Pinaceae)
Wegen ihrer Widerstandsfähigkeit und ihres Vorkommens in den Hochalpen wird die Arve oft als «Königin der Alpen» bezeichnet. Ihr wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt und sie wird traditionell vor allem bei Schlafstörungen, Nervosität und Stress eingesetzt.
Um diese Wirkung zu erhalten, wird das ätherische Arvenöl beispielsweise als Raumduft eingesetzt oder Arvenspäne werden in einen Kissenbezug gelegt und als Kopfkissen verwendet. Aber auch Bettgestelle sowie Wände und Böden von Schlafzimmern werden aus Arvenholz gefertigt und sollen eine beruhigende Wirkung entfalten. Eine weitere beliebte Anwendung ist das Räuchern der Arvennadeln oder das Anzünden von Arvenkerzen, um die Raumluft positiv zu beeinflussen.
Auch bei Atemwegsproblemen und Erkältungen kann das Arvenöl unterstützend wirken. Oft wird das Arvenöl als schleimlösend und hustenlindernd beschrieben und soll eine vertiefte Atmung fördern. Man gibt zwei Tropfen Arvenöl in eine Schüssel mit ungefähr einem Liter heissem Wasser. Danach bedeckt man Kopf und Schüssel mit einem Tuch und kann die Dämpfe vorsichtig und langsam inhalieren.
In der Volksmedizin wird Arvenöl auch in Salben gemischt und für Einreibungen bei Muskel- und Gelenkschmerzen eingesetzt. Zusätzlich werden unreife Arvenzapfen sowie Arvennadeln als Badezusatz verwendet, um die Entspannung der Muskulatur zu fördern. Bei einem solchen Arvenbad werden ausserdem Dämpfe der Arve eingeatmet, was gleichzeitig einen positiven Effekt auf die Atemwege haben kann.
Vorsicht:
Ätherische Öle können allergische Reaktionen oder Reizungen auslösen. Bei Asthma, Kleinkindern, Schwangeren oder chronischen Atemwegserkrankungen ist Vorsicht geboten und eine Rücksprache mit einem Arzt wird empfohlen. Ätherische Öle sollten zudem nie unverdünnt auf die Haut aufgetragen und nicht in die Augen oder auf Schleimhäute gebracht werden.
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Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.
Die Arve lässt sich das ganze Jahr hindurch in der Küche einsetzen, um Speisen und Getränken eine spezielle Note zu verleihen. Im Frühling eignen sich die jungen und weichen Triebspitzen dazu hervorragend. Sie können frisch und kleingehackt als Aromageber in unterschiedliche Gerichte gemischt werden. Sie runden Süssspeisen wie Schokolade, Cremes, Sorbets oder Kuchen genauso ab wie herzhafte Gerichte wie Milchreis, Polenta, Suppen oder Gemüsegerichte.
Sobald die Triebspitzen nicht mehr weich sind, können auch die Nadeln gesammelt werden. Da ihre Konsistenz ein wenig fester ist, sollten sie länger in Getränke eingelegt oder in Gerichten mitgekocht werden, damit sich die Aromen gut herauslösen. Anschliessend nimmt man die Nadeln wieder heraus. Auf diese Art können leckere Tees, Spirituosen, warme Speisen oder Desserts verfeinert werden. Man kann die Nadeln aber auch getrocknet oder vermahlen einsetzen – beispielsweise für Kräutersalze, Kräuterzucker oder Gebäcke.
Zudem lassen sich auch die unreifen, kleingeschnittenen Arvenzapfen als Aromageber verwenden. Wenn die Zapfen älter sind, reifen in ihnen die Arvenkerne. Diese Kerne sind leider viel kleiner als die der Pinie (Pinus pinea). Sie können aber ebenfalls gesammelt werden und bereichern geröstet eine Vielzahl von Gerichten.
Wissenswertes
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Arve ist in zwei Regionen geteilt. Zum grössten Teil kommt sie in den kontinentalen Zentralalpen vor, zu einem kleineren Teil auch in den Süd- und Ostkarpaten. Der höchstgelegene Arvenwald in Europa ist der Tamangur-Wald im Unterengadin. Dieser Wald beginnt ab einer Höhe von ca. 2000 m ü. M.
Die Arve lebt in Symbiose mit Pilzen wie dem Fliegenpilz oder dem Arven-Röhrling. Letzterer ist auch in Höhen bis 2500 Metern anzutreffen.
Die Arve gilt als die frosthärteste Baumart der Alpen und kann Temperaturen von bis zu -40 °C unbeschadet überstehen. Sie wächst relativ langsam und kann mehrere hundert bis tausend Jahre alt werden.
Die Arve ist ein immergrüner Baum, der bis zu 25 Meter hoch werden kann. Die biegsamen Nadeln werden bis zu 11 cm lang. Sie sind in Büscheln angeordnet, die jeweils fünf Nadeln enthalten, welche im Querschnitt dreieckig sind.
Kabeljau vom Arvenbrett mit Kräuterkruste
Zutaten für 3–4 Portionen
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400 g Kabeljaurückenfilet
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60 g Butter, weich
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½ Bund glatte Petersilie
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25 g Sbrinz, gerieben
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50 g Paniermehl
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2–3 EL Olivenöl
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Salz, Pfeffer
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Etwas Zitronensaft und etwas Zitronenabrieb
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Arvenbrett
Zubereitung
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Arvenbrett für 2 Stunden in kaltes Wasser legen
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Backofen auf 200°C Umluft vorheizen
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Peterli hacken und zusammen mit Butter, Paniermehl und Sbrinz zu einer Kräuterpanade vermischen
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Kräuterpanade mit Salz und Pfeffer sowie etwas Zitronenabrieb abschmecken
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Arvenbrett für ca. 5 Minuten im heissen Backofen aufheizen
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Kabeljau trockentupfen, mit etwas Salz und Pfeffer sowie etwas Zitronensaft würzen
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Kräuterpanade auf dem Kabeljau verteilen und etwas andrücken
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Heisses Arvenbrett aus dem Ofen nehmen, mit wenig Olivenöl dünn bepinseln. Etwas Salz darauf geben und den Fisch darauf legen. Bei 200°C Umluft für ca. 20–25 Minuten backen. Der Kabeljau sollte eine Kerntemperatur von 54–57 °C erreichen. So ist er schön saftig.
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Mit Beilagen nach Wahl servieren
Die Autoren
Dominik Imhof
Dominik Imhof, aufgewachsen in Muotathal, entdeckte früh seine Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. Nach einer Karriere als Handballspieler und einer Ausbildung zum Elektroingenieur vertiefte er sein Wissen in Ernährung und Gesundheit.
Er absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Wildpilzen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie zum Heilpflanzenfachmann TEN. Heute teilt er seine Expertise in Exkursionen, Workshops und Gruppenevents.
Auf seiner Webseite finden Sie umfassende Informationen zu Wildpflanzen, aussergewöhnlichen Produkten und vielem mehr.
Caro und Tobi Thaler
Caro und Tobi Thaler kreieren seit 2022 Rezepte für den Kräuternewsletter der EGK. Beide haben eine Lehre als Koch absolviert, sich später aber noch in anderen Richtungen weiterentwickelt. Caro im Sozialbereich, Tobi in der Technologiebranche.
Die Leidenschaft für das Kochen ist geblieben und diese vermitteln sie unter dem Motto «das Leben isst bunt» u. a. auf ihrem Rezeptportal foodwerk.ch. Ganz im Sinne der Familientradition steuert Tochter Liv ab und zu auch schon ein Rezept bei.