Wiesen-Sauerampfer
(Rumex acetosa)
Sauerampfer, Sauerknöterich, Salatampfer, Sauerlump – Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Im alten Griechenland, Ägypten und bei den Römern wurde Sauerampfer als Nahrungsmittel gegen Vitamin- und Mineralstoffmangel verwendet. Er wurde an Festmählern als Ausgleich zu den übermässig fetthaltigen Speisen serviert. Seefahrer im Mittelalter nutzten Sauerampfern zudem schon als Mittel gegen Skorbut.
In der Volksmedizin wird Sauerampfer unter anderem als fiebersenkendes Mittel, bei Appetitlosigkeit und bei Frühjahrsmüdigkeit eingesetzt. Sauerampfer wird oft als Frühjahreskur für zwei Wochen täglich in kleinen Mengen gegessen (z.B. dem Salat beigemischt) oder der Saft getrunken (zwei Teelöffel), um den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen zu versorgen.
Innerlich angewendet kann Sauerampfer das Blut reinigen, die Leber stärken und den Stoffwechsel anregen. Äusserlich werden die zerquetschten Blätter bei Insektenstichen oder leichten Hautreizungen verwendet.
Vorsicht:
Sauerampfer enthält Oxalsäure (wie Rhabarber). Wer an Nierenproblemen oder Sodbrennen leidet, sollte deshalb auf Sauerampfer verzichten, da er Harnwegsreizungen auslösen und die Bildung von Nierensteinen fördern kann. Beim Kochen verringert sich jedoch die Menge der Oxalsäure.
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Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.
Sauerampfer sieht nicht nur schön aus, er steckt auch voller wertvoller Inhaltsstoffe. Mit Vitamin C, Eisen, Carotin und Flavonoiden versorgt er uns mit wichtigen Nährstoffen, während sein frischer, leicht säuerlicher Geschmack für eine besondere Note in der Küche sorgt. In Frankreich wird Sauerampfer sogar in Gärtnereien gezüchtet und die Blätter werden dort häufig für cremige Ampfersuppen verwendet, die sehr beliebt sind.
Von März bis September können die frischen, kräftig grünen Blätter des Sauerampfers gesammelt werden, während seine zarten Blüten von April bis Juli in einem Spektrum von Grün bis Rot blühen und ebenfalls verwendet werden können. Beide Pflanzenteile lassen sich roh oder gekocht geniessen.
Dank seines angenehm säuerlichen Geschmacks kann Sauerampfer saure Zutaten wie Essig oder Zitrone in Salaten oder Quark ersetzen. Die Blätter lassen sich ähnlich wie Spinat zubereiten oder mit Spinat mischen, um diesen geschmacklich aufzuwerten. Aber auch viele einfache Gerichte wie Suppen, Pestos, Brote, Brotaufstriche oder Eintöpfe kann er als aussergewöhnliche Zutat bereichern und mit seiner Säure abrunden. Dabei können sowohl die Blätter als auch die Blüten verwendet werden. Die Blüten sind zudem eine wunderbare Dekoration, die herzhafte Gerichte, Desserts oder auch Getränke mit Farbe und Frische veredelt.
Vorsicht:
Wegen der enthaltenen Oxalsäure sollte Sauerampfer nicht in grossen Mengen und nicht täglich gegessen werden. Siehe auch Warnhinweis im Abschnitt «Verwendung in der Naturheilkunde».
Wissenswertes
Die Silbe «ampfer» wird mit «sauer» übersetzt. Der Name Sauerampfer ist somit ein Pleonasmus, eine Häufung sinnähnlicher Wörter, wie z.B. stillschweigend oder schlussendlich. Der lateinische Artname «acetosa» stammt vom lateinischen «acetum», das «Essig» bedeutet, und verweist auf den säuerlichen Geschmack.
Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Europa über Nordafrika bis nach Asien und Australien. In Nord- und Südamerika wurde er vom Menschen eingeschleppt.
Ein einfaches Bestimmungsmerkmal sind seine pfeilförmigen Blätter. Sie sind langgestielt, länglich-elliptisch und besitzen jeweils zwei spitze, seitliche Lappen am Blattgrund, die ihnen ihre charakteristische Pfeilform geben. Die vielkantigen Stängel sind rötlich überlaufen und können eine Höhe von bis zu 100 Zentimeter erreichen. Die Blüten stehen in rispenartigen Blütenständen und sind je nach Entwicklungsstadium grünlich bis rötlich.
Sauerampfer wird von Einsteigern oft mit dem Stumpfblättrigen Ampfer (Rumex obtusifolius) verwechselt, der als «Blacke» bekannt ist. Dieser enthält ebenfalls Vitamin C und ist essbar, ist jedoch nicht besonders schmackhaft. Der Stumpfblättrige Ampfer unterscheidet sich vom Wiesen-Sauerampfer durch die rundlichen seitlichen Lappen am Blattgrund, die meist rötlich überlaufenen, grösseren Blätter und das Fehlen des sauren Geschmacks.
Sauerampfer-Sorbet (am Stiel)
Zutaten für 10 Stück
- 15 g junge Sauerampfer-Blätter
- 2.5 dl Wasser
- 50 g Zucker oder Honig
- 4 Kiwi
- 1 Banane
- 7 Blätter Minze
Zubereitung
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Blätter vom Sauerampfer gut waschen und in feine Streifen schneiden.
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Wasser mit Zucker oder Honig aufkochen und in einen Messbecher geben.
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Kiwis und Banane schälen. Mit einem Küchenmesser klein schneiden und mit der Minze in den Messbecher zum Zuckersirup geben. Kleingeschnittenen Sauerampfer zufügen und mit dem Stabmixer fein pürieren.
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Masse anschliessend in Formen abfüllen (z. B. Glace-Formen). Je einen Stiel hineinstecken (z. B. Holzstängel) und für mindestens 4 Stunden bei –18 °C gefrieren.
Die Autoren
Dominik Imhof
Dominik Imhof, aufgewachsen in Muotathal, entdeckte früh seine Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. Nach einer Karriere als Handballspieler und einer Ausbildung zum Elektroingenieur vertiefte er sein Wissen in Ernährung und Gesundheit.
Er absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Wildpilzen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie zum Heilpflanzenfachmann TEN. Heute teilt er seine Expertise in Exkursionen, Workshops und Gruppenevents.
Auf seiner Webseite finden Sie umfassende Informationen zu Wildpflanzen, aussergewöhnlichen Produkten und vielem mehr.
Mirko Buri
Mirko Buri kreiert seit 2022 Rezepte für den Kräuternewsletter der EGK. Der ehemalige Gault-Millau-Koch ist Begründer von FOODOO, dem Verarbeiter von aussortiertem Gemüse, das sich im Grosshandel nicht rentabel vermarkten lässt. Vom Food-Waste-Pionier erschienen ist unter anderem das Kochbuch «Restenlos glücklich».
Bis im März 2020 betrieb er mit «Mein Küchenchef» zudem das erste Anti-Food-Waste-Restaurant der Schweiz.