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Offenes Buch, Mensch rennt darüber, Heidelbeeren kullern davon

Echte Schlüsselblume

(Primula veris)

Himmelsschlüssel, Wiesen-Primel, Wiesen-Schlüsselblume, Frühlings-Schlüsselblume, Arznei-Schlüsselblume – Schlüsselblumengewächse (Primulaceae)

Schluesselblume

Verwendung in der Naturheilkunde

Die Echte Schlüsselblume ist in der Volksmedizin äusserst beliebt und wird häufig eingesetzt. Dabei werden hauptsächlich die Blüten mitsamt ihren grünen Blütenkelchen oder die Wurzeln verwendet. Die Pflanzenteile können frisch oder getrocknet genutzt werden; die Wurzeln werden im Herbst gesammelt.

Die Schlüsselblume enthält unter anderem Saponine, die schleimlösend und auswurffördernd wirken können. In der Naturheilkunde wird sie deshalb unter anderem bei produktivem Husten eingesetzt. Aber auch bei Asthma oder Bronchitis findet sie Verwendung. Üblicherweise wird die Schlüsselblume als Tee zubereitet. Dazu werden die Pflanzenteile mit heissem Wasser übergossen und kurz ziehen gelassen.

Oft wird der Schlüsselblume auch eine beruhigende Wirkung zugesprochen, die sich positiv auf den Schlaf und das Nervensystem auswirken kann. Kräuterpfarrer Johann Künzle schreibt: «Tee von Frauenmantel und Schlüsselblume beruhigt die Nerven und gibt gesunden Schlaf» (Künzle, 1947, S. 333). Zudem schreibt er: «Die Schlüsselblume ist eines der feinsten Teekräuter. Alle Sorten haben eine gemeinsame Kraft, die Nierentätigkeit zu fördern, Harnsäure und Schleim auszuführen. Je stärker ihr Duft, desto heilkräftiger ist die Sorte» (Künzle, 1947, S. 465).

Vorsicht:

Die Schlüsselblume sollte nicht in grossen Mengen gegessen werden. Die enthaltenen Saponine können die Magenschleimhaut reizen und dadurch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Bei der Wurzel ist eine Überdosierung eher möglich, da sie eine grössere Menge Saponine als die übrigen Pflanzenteile enthält. Menschen mit Primelallergie, Magenentzündung oder Magengeschwüren sollten die Schlüsselblume nicht anwenden. Bei Kleinkindern sollte die Wurzel nicht verwendet werden.

  • Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.


Verwendung in der Küche

Die Schlüsselblume ist eine Bereicherung für so manchen Teller und für viele Gläser. Die filigranen Blüten können roh gegessen werden und besitzen einen leicht süsslichen Geschmack und ein blumiges Aroma. Sie eignen sich hervorragend als essbare Dekoration sowohl für süsse als auch für salzige Gerichte. Früher verwendete man die Blüten, um Brei oder Milchsuppe zu süssen. 

Auch als Aromageber für Kräuteröle, Essige, Sirupe, Bowlen oder Liköre eignen sie sich bestens und färben die Flüssigkeiten gelblich. Tee aus den Blüten der Schlüsselblume wird herrlich goldgelb und sehr aromatisch. Die Blüten lassen sich auch kandieren oder zu Blütengelee verarbeiten; in Kombination mit Apfelsaft, einem Spritzer Zitrone und etwas Vanille entsteht ein köstliches Gelee. 

Die Blüten mitsamt ihren grünen Kelchen können zusammen mit den jungen, weichen Blättern als gebratenes Gemüse, in Suppen, als Füllung für Quiches oder Teigtaschen oder zu Pesto und Aufstrichen verarbeitet werden. 

  • Hinweis: Zur Verträglichkeit und Dosierung siehe den Warnhinweis im Abschnitt «Verwendung in der Naturheilkunde».


Wissenswertes

Die Bezeichnung «Schlüsselblume» ist mindestens seit dem 15. Jahrhundert belegt. Der Name könnte daher stammen, dass die Blütenstände an die Form eines Schlüssels erinnern: Die Blüten entsprechen dem Schlüsselbart und der Stängel dem Schlüsselrohr. 

Der lateinische Gattungsname «Primula» wird von «prima» abgeleitet, was «die Erste» bedeutet. Das deutet auf das zeitige Blühen der Schlüsselblumen im Frühling hin. Der Artname «veris» steht in Verbindung mit dem lateinischen Wort für Frühling, «ver», und bedeutet «des Frühlings». Zudem kann «veris» auch mit «wahr» oder «echt» übersetzt werden. 

In der Schweiz wachsen ungefähr zehn verschiedene Schlüsselblumenarten wild in der Natur. Eine der am stärksten duftenden Arten ist die Aurikel (Primula auricula), die auch als Vorblümchen bezeichnet wird. Sie wächst vorwiegend in den westlichen und nördlichen Kalkalpen sowie im Jura und Schwarzwald. Die Aurikel ist in einigen Kantonen geschützt und sollte allgemein nicht gesammelt werden. Sie hat eine leuchtend gelbe Krone, eher fleischige Blätter und einen knorpeligen Blattrand, der gekerbt oder ganzrandig sein kann. 

Die Echte Schlüsselblume kann eine Wuchshöhe von bis zu 30 cm erreichen. Die Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet, flaumig behaart und haben eine runzelige Struktur. Sie bildet einen doldigen Blütenstand mit fünf bis zwanzig Blüten. Die Blüten sind radiärsymmetrisch und besitzen fünf dottergelbe Kronblätter, welche an ihrer Basis zu einer Röhre verwachsen sind. Die Blüte wird von einem aufgeblasenen Kelch umschlossen. 

Häufig anzutreffen ist auch die sehr ähnlich aussehende Wald-Schlüsselblume (Primula elatior), die auch als Hohe Schlüsselblume bezeichnet wird. Im Unterschied zur Echten Schlüsselblume hat sie eine hellgelbe Krone und ihr Kelch ist nicht aufgeblasen.

Einmachglas mit Schlüsselblume, Essig, Honig und Vanille

Oximel mit Schlüsselblumen und Vanille

Oxymel ist ein traditionelles Naturheilmittel, das aus einer Kombination von Honig und Essig besteht. 

Bitte beachten Sie, dass Sammeln von wilden Schlüsselblumen in gewissen Gegenden und Kantonen verboten ist. 

Zutaten

  • Verschliessbares Glas, 1/3 voll mit Schlüsselblumenblüten vom eigenen Garten (idealerweise gesammelt bei sonnigem Wetter zur Mittagszeit, wenn der Duft der Blüten am intensivsten ist)

  • ½ TL Vanille 

  • 1 Prise Salz 

  • 3 Teile zarter Blütenhonig 

  • 1 Teil Essig (z.B. Apfelessig)

 

Zubereitung

  1. Honig-Essig-Mischung herstellen: Mischen Sie 3 Teile milden Blütenhonigs, 1 Teil Essig, Vanille und 1 Prise Salz in einem sauberen Gefäss oder in einer Kanne gut miteinander, bis eine homogene Mischung entsteht.

  2. Schlüsselblumenblüten vorbereiten: Legen Sie die frisch gesammelten Schlüsselblumenblüten locker in ein sauberes, verschliessbares Glas. Achten Sie darauf, dass die Blüten gut verteilt sind, aber nicht zu festgedrückt werden.

  3. Mischung hinzufügen: Giessen Sie die vorbereitete Honig-Essig-Vanille-Mischung über die Schlüsselblumenblüten im Glas, bis die Blüten vollständig bedeckt sind. Füllen Sie das Glas bis zum Rand auf.

  4. Fermentation: Verschliessen Sie das Glas gut und lassen Sie das Oximel 1 bis 4 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort (nicht im Sonnenlicht) stehen. Achten Sie darauf, das Glas täglich zu bewegen, damit die Flüssigkeit sich gleichmäßig mit den Wirkstoffen der Blüten anreichern kann.

  5. Abfiltern: Nach der Ziehzeit filtern Sie das Oximel durch ein feines Sieb oder ein Mull- oder Leinentuch in eine saubere Flasche ab, um die Blütenreste zu entfernen. 

Verwendung

Oximel kann als stärkendes Hausmittel verwendet werden, zum Beispiel in Wasser oder Tee verdünnt oder als natürliche Würze in Dressings und Marinaden. Die Schlüsselblumen verleihen dem Oximel nicht nur Geschmack, sondern auch heilende Eigenschaften. 

  • Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.

 
Aufbewahrung

Lagern Sie das fertige Oximel in einer dunklen Flasche an einem kühlen Ort. So bleibt es mehrere Monate haltbar. 

Die Autoren

Dominik Imhof

Dominik Imhof, aufgewachsen in Muotathal, entdeckte früh seine Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. Nach einer Karriere als Handballspieler und einer Ausbildung zum Elektroingenieur vertiefte er sein Wissen in Ernährung und Gesundheit.

Er absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Wildpilzen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie zum Heilpflanzenfachmann TEN. Heute teilt er seine Expertise in Exkursionen, Workshops und Gruppenevents.

Auf seiner Webseite finden Sie umfassende Informationen zu Wildpflanzen, aussergewöhnlichen Produkten und vielem mehr.

uchruut.ch


Sabine Hagg

Sabine Hagg kreiert seit 2022 Rezepte für den Kräuternewsletter der EGK.

Hauptberuflich leitet sie die Küche/Gastronomie im Speisehaus in Dornach. Daneben entwickelt sie unter eigenem Label hochwertige Naturprodukte und Naturkosmetik. Den Grossteil der Pflanzen baut sie dafür in den Walliser Bergen selbst an, pflückt diese von Hand und verarbeitet sie mit Liebe und Sorgfalt.

sabine-hagg.ch 

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