Wiesen-Salbei
(Salvia pratensis)
Wilder Salbei – Lippenblütengewächse (Lamiaceae)
Wiesen-Salbei kann ähnlich wie der Echte Salbei (Salvia officinalis) angewendet werden. Laut vielen Autoren ist er jedoch weniger wirksam und wird deshalb in der modernen Naturheilkunde nur selten verwendet. Im Buch «Die Kräuter in meinem Garten» steht: «Wenn kein Gartensalbei zur Verfügung steht, ist Wiesensalbei ein – wenn auch nicht gleichwertiger – Ersatz, er enthält wesentlich weniger der heilkräftigen Inhaltsstoffe» (Hirsch & Grünberger, 2021, S. 587).
Wiesen-Salbei enthält auch weniger ätherische Öle als der Echte Salbei. Wem der Geschmack des Echten Salbeis zu stark ist, kann auf den Wiesen-Salbei ausweichen. Für die folgenden Anwendungen werden die Blätter verwendet, und sie werden dazu vorzugsweise kurz vor der Blütezeit gesammelt.
Wie der Echte Salbei kann Wiesen-Salbei bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Husten und Halsschmerzen eingesetzt werden. Zudem soll er verdauungsfördernde und krampflösende Eigenschaften besitzen, die unter anderem bei Magen-Darm-Beschwerden und Verdauungsproblemen Anwendung finden.
Äusserlich kann Wiesen-Salbei bei Hauterkrankungen wie Hautausschlägen, Hautrötungen und Insektenstichen helfen. Ausserdem kann er schweisshemmend wirken und wird dadurch bei nächtlichem Schwitzen oder Hitzewallungen angewendet.
Vorsicht:
Wiesen-Salbei wie auch der Echte Salbei sollten nicht über längere Zeit in hoher Dosis eingenommen werden. Stillende und schwangere Frauen sollten keinen Salbei zu sich nehmen, da er die Milchbildung hemmen und möglicherweise Wehen einleiten kann.
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Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.
Die Blätter und Blüten des Wiesen-Salbeis sind ungefähr von April bis August sammelbar. Die jungen, zarten Blätter können frisch verwendet werden, jedoch sind sie im Vergleich zum Echten Salbei weniger intensiv. Trotzdem können sie beispielsweise als mildes Gewürz Aufstriche, Kräutersalze, Essig, Öle, Tees oder mediterrane Gerichte verfeinern. Auch knusprige Chips oder «Salbeimüsli», bei denen die Blätter in einem luftigen Bierteig getaucht und frittiert werden, lassen sich daraus bestens zubereiten. Zudem kann man sie als Zutat in Salate geben, wie Spinat zubereiten, für Füllungen verwenden, als Zutat in Kräutersuppen und Nudelgerichten nutzen oder kleingehackt in knusprigen Rösti kurz vor dem Bratende beifügen, um dem Gericht eine frische Note zu verleihen.
Die Blüten sind frisch oder getrocknet eine wunderbare Dekoration für Getränke, Süssspeisen, Kuchen oder Cremen. Der Sirup, der aus den Blüten hergestellt wird, bekommt eine auffallend pinke Farbe. Dafür braucht es jedoch eine Säurequelle, z.B. Zitronen- oder Limettensaft, damit sich die schöne Farbe entfaltet.
Wissenswertes
Wiesen-Salbei bevorzugt kalkhaltige, trockene bis magere Böden an sonnigen Standorten und ist folglich auf Magerwiesen oder an Wegrändern zu finden. Oft wächst er auch in Dörfern und Städten in Grünflächen, an Strassenrändern oder in Blumenbeeten. Er ist vorwiegend in Mitteleuropa und im Kaukasusgebiet verbreitet. In Nordamerika wurde er durch den Menschen eingeschleppt.
Wiesen-Salbei ist auf Wiesen kaum noch anzutreffen, da die Wiesen vor seiner Samenreife (Juli bis August) gemäht werden, was seine Fortpflanzung verhindert. Zudem verdrängen starke Düngung oder Nährstoffeinträge seine bevorzugten, mageren Standorte, sodass konkurrenzstarke Gräser überhandnehmen. Wiesen-Salbei sollte deshalb - wenn überhaupt - nur in kleinen Mengen und in Absprache mit dem Grundstückbesitzer gesammelt werden.
Der Gattungsname des Wiesen-Salbeis, «Salvia», leitet sich vom lateinischen Wort «salvare» ab und bedeutet «heilen». Der Artname «pratensis» stammt vom lateinischen Wort «pratum», das für «Wiese» steht. Somit heisst «pratensis» so viel wie «auf Wiesen wachsend».
Für die Bestäubung hat der Wiesen-Salbei einen cleveren Hebelmechanismus entwickelt. Wenn eine Hummel ihren Rüssel in die Blüte steckt, wird dieser Mechanismus ausgelöst und der Blütenstaub auf ihren haarigen Körper übertragen. Dadurch werden die Pollen von der Hummel zu den nächsten Blüten getragen.
Wiesen-Salbei wird zwischen 30 und 60 cm hoch. Die Laubblätter sind grundständig angeordnet und haben eine typisch runzelige Oberfläche wie der Echte Salbei. Vereinzelte Blattpaare wachsen am Stängel empor, sind kreuzgegenständig angeordnet und werden nach oben hin kleiner. Der Stängel ist vierkantig und locker behaart. Die Blüten des Wiesen-Salbeis sind meist dunkel blauviolett gefärbt.
Literaturverzeichnis:
Hirsch, S., Grünberger, F. (2021). Die Kräuter in meinem Garten. Engerwitzdorf/Mittertreffling: Freya Verlag.
Nussige Kohlrabicreme mit Wiesen-Salbei & Mohnbrötchen
Kohlrabicreme mit Wiesensalbeiblüten
Zubereitungszeit: ca. 12 Stunden inkl. Ruhezeit
Für 4 Personen
Zutaten:
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400 g Kohlrabi
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50 g Hanfsamen
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50 g Mandeln, geröstet & gemahlen
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50 g hochwertiges Olivenöl
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ca. ½ TL Salz
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2 EL Wiesensalbeiblüten, leicht gehackt
Zubereitung
Kohlrabi weichkochen und zusammen mit Hanfsamen, Mandeln, Olivenöl und Salz cremig mixen. Anschliessend mit Wiesensalbeiblüten verfeinern.
Mohnbrötchen mit Wiesensalbeiblättern
Zutaten:
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250 g Magerquark, Skyr oder vegane Alternative
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250 g feine Haferflocken
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2 EL Leinsamen
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2 EL Mohn
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120 ml Mineralwasser
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5 g Salz
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½ Päckchen Backpulver
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5 mittelgrosse Wiesensalbeiblätter
Zubereitung
- Haferflocken, Leinsamen, Mohn und Salz mit Magerquark (oder Alternative) verrühren und am besten über Nacht abgedeckt kühl stellen.
- Am nächsten Tag Backpulver und fein gehackte Wiesensalbeiblätter unterrühren.
- Mit einem Eisportionierer oder Löffel kleine Kugeln formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen. Mit etwas Mohn bestreuen. Je nach Grösse entstehen ca. 6–8 Brötchen.
- Bei 175 °C etwa 30 Minuten backen.
Abgerundet wird das Gericht durch einen saisonalen Salat, der Leichtigkeit und Frische auf den Teller bringt.
Die Autoren
Dominik Imhof
Dominik Imhof, aufgewachsen in Muotathal, entdeckte früh seine Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. Nach einer Karriere als Handballspieler und einer Ausbildung zum Elektroingenieur vertiefte er sein Wissen in Ernährung und Gesundheit.
Er absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Wildpilzen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie zum Heilpflanzenfachmann TEN. Heute teilt er seine Expertise in Exkursionen, Workshops und Gruppenevents.
Auf seiner Webseite finden Sie umfassende Informationen zu Wildpflanzen, aussergewöhnlichen Produkten und vielem mehr.
Sabine Hagg
Sabine Hagg kreiert seit 2022 Rezepte für den Kräuternewsletter der EGK.
Hauptberuflich leitet sie die Küche/Gastronomie im Speisehaus in Dornach. Daneben entwickelt sie unter eigenem Label hochwertige Naturprodukte und Naturkosmetik. Den Grossteil der Pflanzen baut sie dafür in den Walliser Bergen selbst an, pflückt diese von Hand und verarbeitet sie mit Liebe und Sorgfalt.