Wald-Sauerklee

Oxalis acetosella

Gemeiner-Sauerklee, Kuckucksklee, Wetterhahn, Hasenampfer, Süreli, Suurgugger, Herrgottssüppli, Guggerbrot – Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)

Verwendung in der Naturheilkunde

Wald-Sauerklee ist eine zarte und unscheinbare Pflanze, die sich jedoch äusserst vielseitig einsetzen lässt und in fast jedem Wald zu finden ist.

Wald-Sauerklee wurde volksmedizinisch unter anderem bei Hautproblemen und Skorbut verwendet und er kann erfrischend, kühlend und durstlöschend wirken. Zudem wurde er bei Sodbrennen, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen, Blähungen und Magen-Darm-Krämpfen eingesetzt. Gerne wird die Pflanze im Frühling auch zu Frühjahreskuren genutzt, da sie eine grosse Menge an Vitamin-C enthält und stoffwechsel-, appetit- und verdauungsanregend wirken kann.

Friedrich Losch schrieb: «Aus Kräuterbüchern: Sauerklee gegessen oder getrunken, löscht den Durst, ist wider den Sod gut, kühlt die hitzige Leber, erfrischt und stärkt das Herz und hat in Summa alle Wirkung wie der Sauerampfer» (Losch, 1997, S. 72).

Der Saft der Pflanze kann äusserlich angewendet bei Insektenstichen, leichten Verbrennungen und kleinen Wunden Linderung verschaffen.

Vorsicht:

Die Pflanze enthält Oxalsäure. Wer an Nierenproblemen leidet, sollte sie innerlich nicht anwenden. Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.

Verwendung in der Küche

Die Blätter können von März bis Mai gesammelt werden und besitzen einen frischen, zitronig-säuerlichen Geschmack. Auch in älterem Zustand sind sie noch zart und geschmacksintensiv. Sie eignen sich optimal als kleiner, erfrischender Snack auf einem Waldspaziergang.

Die Blätter können mitsamt den Stielen roh oder gekocht als Zutat für Suppen, Salate, Smoothies oder Pestos genutzt werden und dienen zudem als Ersatz von Zitronen oder Essig in einem Kräuterquark oder in Saucen. Auch für ein erfrischendes, säuerliches Eis ist die Pflanze hervorragend geeignet. Aus den Blättern lässt sich auch eine erfrischende Limonade herstellen. Dafür braucht man ungefähr 50 Gramm Kraut auf einen Liter Wasser und ein Süssungsmittel wie beispielsweise Birnendicksaft.

Die Blüten erscheinen von April bis Mai und lassen sich als schmackhafte Dekoration verwenden. Auch die Blätter eignen sich dank ihrer herzförmigen Form bestens, um Backwaren, Suppen, Salate oder Desserts zu garnieren.

Die Wurzeln können fein geschnitten als Würze für Gemüsegerichte genutzt werden.

Achtung: Wald-Sauerklee enthält Oxalsäure und sollte deshalb nur in kleinen Mengen konsumiert werden. In grösseren Mengen konsumiert gilt er als schwach giftig. Beim Kochen verringert sich jedoch die Menge der Oxalsäure. Wer an Nierenproblemen leidet, sollte ganz auf die Pflanze verzichten.

Wissenswertes

Wald-Sauerklee wächst auf sauren Waldböden an ausgesprochen schattigen und frischen bis feuchten Stellen in Laubmischwäldern und Nadelwäldern. Er gilt als eine der schattentolerantesten einheimischen Wildpflanzen. Sogar bei 1/160 des normalen Tageslichts kann er noch Photosynthese betreiben. Deshalb ist er teilweise der einzige Bodendecker in dunklen Wäldern.

In der Nacht, bei starker Sonneneinstrahlung oder bei Regen klappt der Wald-Sauerklee seine Blätter regenschirmartig nach unten. Dadurch verkleinert sich die Oberfläche, sodass weniger Wasser verdunstet, was ihn vor Austrocknung schützt. Gleichzeitig werden die filigranen Blätter vor mechanischer Zerstörung durch Regentropfen geschützt.

Die Pflanze wird bis zu 20 cm hoch. Die Blätter sind kleeblattartig, dreiteilig, herzförmig und lang gestielt. Die Blüte besitzt fünf Kron- und fünf Kelchblätter. Die Kronblätter sind weiss bis blassrosa gefärbt und besitzen deutliche rötlich-violette Adern.

Trotz seines Namens ist der Wald-Sauerklee nicht mit den bekannten Kleearten verwandt. Er besitzt zwar ebenfalls dreigeteilte Blätter, doch seine Blütenform unterscheidet ihn deutlich von den echten Kleearten. Diese haben fünfzählige Schmetterlingsblüten, der Wald-Sauerklee hingegen fünfzählige radialsymmetrische Blüten.


Literaturverzeichnis: Losch, F. (1997). Kräuterbuch. Oldenburg: Bechtermünz Verlag.
Bilder: von Dominik Imhof

Über die Autoren

Dominik Imhof

Dominik Imhof, aufgewachsen in Muotathal, entdeckte früh seine Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. Nach einer Karriere als Handballspieler und einer Ausbildung zum Elektroingenieur vertiefte er sein Wissen in Ernährung und Gesundheit. Er absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Wildpilzen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie zum Heilpflanzenfachmann TEN. Heute teilt er seine Expertise in Exkursionen, Workshops und Gruppenevents. Auf seiner Webseite finden Sie umfassende Informationen zu Wildpflanzen, aussergewöhnlichen Produkten und vielem mehr.
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