Die Geschichte der EGK

Die EGK wurde 1919 als Krankenkasse des Birstals gegründet. Inmitten von Wirtschaftskrisen, Generalstreiks und der Spanischen Grippe. Was als regionaler Solidaritätsakt begann, wurde zur ersten Krankenkasse der Schweiz, die konsequent auf Komplementärmedizin setzte.

 
  • Logo Swiss-Re

    Der lange Weg zum Schweizer Krankenversicherungswesen

    Bevor die EGK gegründet werden konnte, musste die Schweiz erst ein eigenes Sozialversicherungssystem aufbauen. Ein Prozess, der über 50 Jahre dauerte und stark von Deutschland beeinflusst wurde.

    1863 Gründung der Swiss Re. «Die Anfänge des schweizerischen Versicherungssystems waren von privaten Initiativen, Föderalismus und staatlicher Zurückhaltung geprägt.»

    1871 «Die Schweiz blickt in Versicherungsfragen vorerst einmal nach Deutschland, wo Reichskanzler Otto von Bismarck das Reichshaftpflichtgesetz schuf.» 

    1877 führt die Schweiz ihr erstes Arbeitgeber-Haftpflichtgesetz ein.

    1912 Das Volk nimmt das erste Kranken- und Unfallgesetz an. «Von den Anfängen des Kranken- und Unfallversicherungswesens im 19. Jahrhundert bis hin zum Ausbau des Sozialstaates nach dem Zweiten Weltkrieg war es ein langer, steiler Weg.» Es bleibt bis 1996 massgebend.

  • Arbeiter vor Tonwarenfabrik

    Gründung der Krankenkasse des Birstals

    «Am 22. März 1919 wurde die heutige EGK-Gesundheitskasse unter dem Namen ‹Krankenkasse des Birstals› in der Kantine der Tonfabrik in Laufen von zahlreichen Industriellen aus dem Laufental ins Leben gerufen. Sie galten damals als mutige Macher: Kurz nach Ende des ersten Weltkriegs war die Zeit von wirtschaftlichen und sozialen Krisen geprägt.»

    1919 Die Spanische Grippe fordert rund 25'000 Todesopfer in der Schweiz und stürzt Krankenkassen in finanzielle Schwierigkeiten. Die Birstaler bewältigt die Startphase mit wenig Reserven.

    1920 Das Tätigkeitsgebiet wächst: Betriebe wie die Messerfabrik Wenger (heute Victorinox) und jurassische Uhrenfabriken schliessen sich an. «Einen Röstigraben kannte man damals im Laufental kaum» — zweisprachige Auftritte sind von Anfang an selbstverständlich.

    1926 Der Präsident offeriert nach der Delegiertenversammlung Wein zur Feier des Mitgliederzuwachses. 1937 zählt die Kasse rund 10'000 Mitglieder. 2017 sind es 90'000.

  • alte Schreibmaschine

    Solidarität, Technik und steigende Kosten

    Die Birstaler zeigt früh, was sie von anderen unterscheidet: Solidarität gegenüber Bedürftigen und ein Bewusstsein für natürliche Heilmethoden. Jahrzehnte bevor beides zum Standard wurde.

    1931 Die erste Schreibmaschine wird für CHF 356.25 angeschafft als separater Posten in der Jahresrechnung vermerkt. 1937 folgt ein Kartothek-System mit 16'000 farbigen Mitgliederkarten für CHF 3'500.

    1933 «Schon damals war es der Birstaler ein wichtiges Anliegen, die Anwendung von natürlichen und bewährten Heilanwendungen zu fördern, und man hatte bereits erkannt, dass sowohl die Schul- wie auch die Komplementärmedizin in der Heilbehandlung ihre Berechtigung hatten.» Ein Hilfsfonds unterstützt Familien in Härtefällen.1934 erhält eine verarmte Familie Lebensmittel und Kleidung im Wert von 50 Franken.

    1948 Steigende Gesundheitskosten sind kein neues Thema. Ein Mitgliederbrief aus Grellingen (28. Juni 1948) dokumentiert eine Prämienerhöhung wegen Teuerung der Arztkosten von 35 – 40 %. Spitalkosten steigen von CHF 8 auf über CHF 13 pro Tag. Im selben Jahr tritt das AHV-Gesetz in Kraft.

    1957 Diskussionen um die Leistungspflicht: Ist Skifahren ein «Wagnis»? Die Statuten von 1957 schliessen Unfälle beim Auto- und Motorradfahren sowie bei Luft- und Wasserfahrten aus. 1960 tritt die Invalidenversicherung in Kraft.

  • Logo Eidgenössische Kranken- und Unfallkasse

    Neue Namen, neue Heimat

    Das Wachstum der Kasse sprengt regional und baulich alle Grenzen. Mit der schweizweiten Tätigkeit folgt auch ein neuer Name und die Rückkehr an den Gründungsort.

    1966 «Die im Laufe der letzten hundert Jahre vollzogenen Namensänderungen der Kasse hingen direkt mit dem erweiterten Tätigkeitsgebiet und der Ausrichtung und Spezialisierung als Krankenversicherer für Komplementärmedizin zusammen.» Die Birstaler wird zur «Eidgenössischen Kranken- und Unfallversicherung».

    1969 Zum 50-Jahr-Jubiläum kehrt der Hauptsitz nach Laufen zurück. Grundstück nahe dem Bahnhof: 11.39 Aren für CHF 100'000. Bezug der Büros an der Brislachstrasse 2 am 1. April 1969. Im Laufe der Zeit werden alle Wohnungen in Büros umgebaut.

    1976 Einführung der Arbeitslosenversicherung. Die berufliche Vorsorge der Schweiz wächst weiter. 1985 folgt das Obligatorium in der beruflichen Vorsorge (BVG).

  • Altes Karteisystem

    Pionierin der Komplementärmedizin

    Der entscheidende Schritt, der die EGK bis heute definiert: Als erste Krankenkasse der Schweiz übernimmt sie komplementärmedizinische Leistungen und wird dafür zunächst belächelt.

    1978 Gründung der gesamtschweizerischen Sektion «Physiologia» in Arlesheim. «Die ‹Eidgenössische› war der erste Krankenversicherer der Schweiz, der diesen Schritt wagte – und wurde dafür von der Konkurrenz belächelt.»

    1987 Die Delegiertenversammlung legt den Grundstein für die Sektion «Volksgesundheit Schweiz». Eine Sektion, die ausschliesslich natürliche Heilanwendungen vergütet und aufgrund grosser Nachfrage den Leistungskatalog laufend ausbaut.

    1990 Umbenennung zur «Eidgenössischen Gesundheitskasse». «Die EGK bekannte sich so definitiv zur Gleichstellung von Schul- und Komplementärmedizin und offerierte ihren Versicherten die Möglichkeit, selbst zu wählen, welche Behandlungsmethoden sie für sich als zweckmässig erachten.»

    1991 Als erster Krankenversicherer errichtet die EGK eine eigene Therapeutenstelle mit klar definierten Anerkennungskriterien für Therapeutinnen und Therapeuten.

    1994/95 Erste Schweizerische Gesundheitstage in Solothurn unter Patronat der EGK. 1995 Gründung der SNE-Stiftung für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin.

    1996 Das KVG tritt in Kraft: Die Krankenversicherung wird obligatorisch. «Auch für die EGK-Gesundheitskasse beginnt damit eine neue Zeit: Die Versicherungsprodukte müssen völlig neu organisiert werden.»

  • Gehirn aus Dioden

    Digital voran

    Die EGK setzt ihre Pionierrolle im digitalen Zeitalter fort und plant gleichzeitig den Neubau, der alle Standorte unter einem Dach vereinen soll.

    1997 «1997 führte die EGK als erster Krankenversicherer ein eigenes digitales Dokumentenverwaltungssystem ein. Sämtliche Rechnungsbelege, später auch die Korrespondenz, wurden eingescannt, das mühsame Suchen von Akten erübrigte sich.»

    2003 Das Hauptgebäude an der Brislachstrasse 2 reicht nicht mehr aus. Ein Reiheneinfamilienhaus nebenan wird erworben, Büros im Birscenter dazugemietet. Ein Neubau in Laufen wird unausweichlich.

    2016 Lancierung der Gesundheitsplattform Vituro. Neues EDV-System: «Alle Rechnungsbelege treffen in digitalem Format ein und werden durch ein elektronisches Regelwerk automatisch geprüft.» Rund 40 % der Belege, vor allem aus dem Bereich der Komplementärmedizin, werden zur manuellen Prüfung weitergeleitet.

  • Bahnhof Luzern

    100 Jahre EGK

    Die Gesundheitsbranche wird digitaler und die EGK feiert ein besonderes Jubiläum mit Blick in die Zukunft.

    2019 100-jähriges Bestehen der EGK und Spatenstich für den neuen Hauptsitz in Laufen

  • Pandemie und Neuanfang

    Die Corona-Pandemie verändert das Gesundheitswesen nachhaltig. Die EGK passt ihre Prozesse an und setzt gleichzeitig ein Zeichen für die Zukunft.

    2021 Bezug des neuen Hauptsitzes am Birspark 1 in Laufen

  • Kontinuität

    Steigende Gesundheitskosten und künstliche Intelligenz prägen die Branche. Die EGK entwickelt ihre digitalen Angebote weiter und bleibt ihrer Ausrichtung auf persönliche Beratung und Komplementärmedizin treu.

 

100 Jahre EGK

Zum 100-jährigen Bestehen feierte die EGK mit Projekten, die weit über ein einmaliges Fest hinausgingen. Vier Initiativen machten 2019 zu einem sichtbaren Bekenntnis zu Gesundheit, Gemeinschaft und Komplementärmedizin.

 

Fest der Gesundheit – 1 Tag für Sie

Im Jubiläumsjahr 2019 öffnete die EGK ihre Zeltstädte an drei Standorten: auf dem Waisenhausplatz in Bern sowie an den Bahnhöfen in Luzern und Zürich. Besucherinnen und Besucher erlebten die Gesundheitswelt der EGK in drei Erlebniswelten:

Im EGK-Zelt stand die persönliche Begegnung im Zentrum. Gespräche mit Mitarbeitenden und über die Geschichten aus 100 Jahren. 

Im Vituro-Zelt erlebten die Besuchenden interaktiv, welchen Einfluss Bewegung und Ernährung auf einen gesunden Lebensstil haben, und lernten, wie sie ihren Körper richtig regenerieren.

Im SNE-Zelt lud die Stiftung für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin dazu ein, Körper und Schwingungen mit «Sound of Soul» wieder in Einklang zu bringen.

Der OL-Weltcup brachte die Welt nach Laufen

Vom 27. bis 29. September 2019 fand im Laufental der EGK OL-Weltcup statt. Zum 100. Geburtstag holte die EGK die internationale Elite des Orientierungslaufs bei bestem Herbstwetter in ihre Heimatstadt.

Ein Spielplatz für alle Generationen

In Zusammenarbeit mit dem Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel sowie der Stiftung HoppLa konzipierte und baute die EGK auf den Reben in Laufen einen 3-Generationen-Spielplatz. Am 8. Mai 2019 wurde der öffentlich zugängliche Freizeitplatz eröffnet — ein Ort, an dem Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit für alle Generationen spielerisch erlebbar sind.

Das 10. SNE-Symposium – Wie werde ich gesund 100 Jahre alt?

Beim 10. SNE-Symposium im Landhaus Solothurn stand genau diese Frage im Zentrum. Die SNE Stiftung für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin — eines der wichtigsten Instrumente im Engagement der EGK für die Chancengleichheit von Schul- und Komplementärmedizin — lud Fachpersonen und Interessierte zu Austausch und Wissen ein.