Gewürzlorbeer

Laurus nobilis 

Küchenlorbeer, edler Lorbeer, echter Lorbeer – Lorbeergewächs (Lauraceae)

Gewürzlorbeer

Geschichtliches

Seit der Antike werden die Zweige des als Strauch wachsenden Lorbeers zu Kränzen - ein Symbol der Weisheit und des Ruhms - verarbeitet.

Überlieferungen zufolge soll sich die Nymphe Daphne in einen Lorbeerstrauch verwandelt haben, um den Liebesnachstellungen Apollos zu entfliehen.

Laurus - der botanische Name für Lorbeer – leitet sich vom lateinischen Wort laus für «Lob» ab. Während des römischen Weltreiches waren die siegreichen Feldherren jeweils mit einer Krone aus Lorbeerzweigen – Corona Triumphalis – bekränzt. Auch in der neueren Zeitgeschichte wird Lorbeer als Zeichen des Triumphes vergeben, ist doch das «Silberne Lorbeerblatt» seit 1950 die höchste sportliche Auszeichnung in unserem nördlichen Nachbarland, der Bundesrepublik Deutschland.

Die Priesterinnen in Delphi, welche die Prophezeiungen des griechischen Gottes Apollo – Gott der Wahrsagung, Dichtung und der Heilung – verkündeten, assen jeweils ein Lorbeerblatt, um nicht dem «Liebeszauber» zu verfallen. Das Dach von Apollos Tempel soll ganz aus Lorbeerblättern errichtet worden sein, um den Tempel so vor Zauberei und Blitzschlag zu schützen.

Botanik und Kultur

Zu dieser Gattung zählen lediglich zwei Arten immergrüner Sträucher, resp. bis 10 Meter hohe Bäume. Die mit kurzen Stielen versehenen, lederartigen Blätter sind zugespitzt und am Rand vielfach schwach gewellt. Die milchig weisslichen Blüten bilden in den Monaten April bis Juni büschlige Dolden oder auch Rispen. Als Frucht bilden sich kleine Beeren, welche bei voller Reife beinahe schwarz werden.

Die Heimat des Gewürzlorbeers ist vermutlich in Kleinasien zu suchen. Heute kommt der Lorbeer verwildert im ganzen Mittelmeerraum vor. Mit Ausnahme von sehr milden Lagen muss der Lorbeer nördlich der Alpen eher als Kübelpflanze gehalten werden, da er sehr wärmebedürftig ist. Vermehrt wird diese Pflanze über Stecklinge. Um sein volles Aroma entfalten zu können, benötigt der Lorbeer eine nährstoffreiche Erde an besonnter Lage. Überwintert werden sollte der Lorbeer in einem kühlen und luftigen Raum.

Hinweis:

Wir möchten an dieser Stelle noch ausdrücklich darauf hinweisen, dass ausser dem echten Lorbeer oder Gewürzlorbeer = Laurus nobilis – alle Lorbeerarten u. a. der Kirschlorbeer = Prunus laurocerasus und der Berglorbeer = Kalmia latifolia u.a. giftig sind und nicht verwendet werden dürfen.

Verwendung in der Naturheilkunde

Lorbeer ist ein appetitanregendes Verdauungsmittel, welches innerlich gegen Koliken und Blähungen eingesetzt wird.

Aber auch bei Schuppen, Rheumatismus und Verstauchungen, kann diese Pflanze äusserlich angewendet, rasch Abhilfe und Linderung verschaffen.

Ein Zweig des aromatischen Lorbeerstrauches aufgehängt, macht die Luft frisch und sauber.

Frische oder auch getrocknete Lorbeerblätter sind ein wirksamer Schutz gegen Insekten. Getrocknete Feigen und auch Lakritze wurden mit Lorbeerblättern eingepackt, um sie so vor dem gefürchteten Rüsselkäfer zu schützen.

In alten Heilpflanzenschriften kann man nachlesen, dass der Laurus nobilis früher auch als wirksames Antiseptikum verwendet wurde. Ein Absud von Lorbeerblättern ins Badewasser, lindert Gliederschmerzen und auch sonst noch mancherlei Gebresten.

  • Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.

Verwendung in der Küche

Als wichtiger Bestandteil des „Bouquet garni“, sprich Kräuterzusammenstellung von Petersilie, Thymian, Gewürznelke (Gewürznägeli) und natürlich Küchenlorbeer – welche für Suppen, Saucen, Essig- und Eintopfgerichten verwendet wird, ist dieses aromatische Gewürzkraut auch in heutiger Zeit kaum aus der Küche zu verbannen. Zu pochiertem Fisch und Wild eignet sich der Gewürzlorbeer vorzüglich. Die getrockneten Blätter sind im Geschmack eher intensiver als das frische Blattgrün. Da der Geschmack des Lorbeers recht intensiv ist, sollte dieses Gewürz aber nur zurückhaltend verwendet werden. Bitte beachten Sie, dass man die Lorbeerblätter immer vor dem Servieren herausnimmt und die lederartigen Blätter nicht mitgegessen werden.

Lorbeer, resp. das ätherische Öl des Lorbeerstrauches, wird auch zur Herstellung von Likören und für kosmetische Badewasser verwendet.

Über die Autoren

Christian Fotsch

Christian Fotsch betreut seit 2006 inhaltlich den Kräuternewsletter der EGK-Gesundheitskasse. Er hat sich sein umfangreiches Kräuterwissen autodidaktisch angeeignet und zusammen mit seiner Frau Ursula die Kräuter- und Heilpflanzengärtnerei Silberdistel in Brienz (bis 2010) und bis 2019 das bekannte Kräuter-Hotel «Lindenhof», Brienz, geführt