Prämienrechner
Jetzt Termin vereinbaren

Beratung anfragen

Die individuell passende Versicherungslösung zu finden, ist manchmal nicht ganz einfach. Unsere Kundenberaterinnen und Kundenberater nehmen sich daher gerne Zeit für Sie.

Beratung anfragen
Offenes Buch, Mensch rennt darüber, Heidelbeeren kullern davon

Echter Kümmel

Echter Kümmel = Carum carvi // Doldenblütler = Apiaceae

Volks- und Flurnamen: Wiesen- oder Feldkümmel, Brotkümmel

Echter Kümmel

Geschichtliches

Der echte Kümmel ist ein multikulturelles Kraut. Bereits in der Antike war Kümmel auf der ganzen Welt bekannt. Kümmel hat seine Heimat ursprünglich in den südöstlichen Mittelmeerländern. Angebaut und verwildert findet man ihn mittlerweile in ganz Europa und auch Asien.

Kümmel ist ein sehr altehrwürdiges Kraut. Kümmelsamen wurden bereits in neolithischen Pfahlbauten gefunden. Jesaja spricht in der Bibel von der «Aussaat des Kümmels». Spätestens seit dem römischen Weltreich ist eine Vielzahl von medizinischen wie auch kulinarischen Anwendungen bekannt. Kümmel war im alten Ägypten eine wichtige Ritualpflanze bei der Beschwörung der Totengeister.

Kümmel wurde auch Liebesgetränken beigemischt, um den Abschiedsschmerz lindern zu helfen. Dies zeigte sich in der Geschichte, dass das Interesse an Kümmel stark zunahm, als Königin Victoria (1819 – 1901) den deutschen Prinzen Albert von Sachsen und Coburg (1819 – 1861) ehelichte.

Für die Bekannt- und Beliebtheit des Kümmels spricht noch eine alte Weisheit: «Bei Kümmelbrot und bei einem Süssholz-Stängel lernt wohl noch der dümmste Bengel».

Botanik und Kultur

Kümmel (Carum carvi) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Es ist eine zwei- bis schwach mehrjährige Pflanze, welche bis zu einem Meter hoch werden kann. Die Wurzeln sind spindelartig verzweigt. Im ersten Jahr entwickelt der Kümmel eine Blattrosette mit feinen, mehrfach gefiederten Blättern. Im zweiten Jahr entwickelt der Kümmel mittelgrosse, verzweigte Dolden. Die weissen Blütendolden des Kümmels werden gerne von Bienen und Hummeln besucht. Kümmelsamen oder -früchte enthalten vier bis sieben Prozent ätherische Öle.

Kümmel benötigt einen eher humosen und tiefgründigen Boden. Die Lage sollte sonnig bis vollsonnig sein. Kümmel kann sich durch Selbstaussaat selbst weiter vermehren, wobei ein Ausdünnen der jungen Pflanzen sehr wichtig ist. Die feinen, jungen Blätter können im Sommer laufend geerntet werden, wobei die Grundblätter stehen gelassen werden sollten. Die Samendolden können im Spätsommer verwendet werden, sobald die Samen braun werden. Dazu schneidet man die Dolden ab und hängt diese zum Nachreifen an einen luftigen, schattigen Platz.

Verwendung in der Naturheilkunde

Die Kümmelfrucht und das daraus gewonnene Kümmelöl werden in der Naturheilkunde bei Appetitlosigkeit eingesetzt. Die Samen, welche vom August bis Oktober gesammelt und am Schatten getrocknet werden, können roh oder eingeweicht zerkaut werden und wirken so verdauungs- und appetitfördernd. Kümmelsamen sind wahre Verdauungskünstler bei fetten und blähenden Speisen und wirken zudem bei Magenkrämpfen und Koliken der Verdauungsorgane lindernd. Tröpfchenweise auf Zucker genommen, wirkt Kümmelöl bei Kopfschmerzen und Migräne. Eine Essenz von Kümmelsamen findet als Mundwasser Verwendung und hält zudem den Atem frisch.

Und noch ein kleiner Tipp: Taubenzüchter glauben daran, dass zahme Tauben immer wieder in ihren Schlag zurückkehren, wenn dort ein gebackener Brotteig liegt, welchem frische Kümmelsamen beigefügt wurden.

Bei Fragen über die Anwendungsmöglichkeiten des echten Kümmels empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturheilpraktiker oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.

Verwendung in der Küche

Aus den Wurzeln und den feinen Blättern des Kümmels lässt sich ein gutes Gemüse zubereiten. Die dazu benötigten Kümmelwurzeln werden im Spätherbst ausgegraben und frisch verwendet.

Auch in Gulaschsuppe oder im Szegediner-Gulasch sind Kümmelsamen einfach ein Muss. Und was wäre ein Kohl- oder Chabisgericht ohne die hinlänglich bekannten Kümmelsamen?

Als Würze für Suppen, Brot und allerlei Gebäck, Bratäpfel, Käse und nicht zu vergessen im Kümmellikör oder Kümmelschnaps, findet man Kümmel praktisch in allen Küchenkulturen auf unserem Planeten.

Kümmel-Käsegebäck mit Salat

Rezept: Kümmel-Käsegebäck, ca. 40 Stück als Snack oder kleine Beigabe zum Salat

Zutaten

  • 150 g Butter / Margarine
  • 150 g Bergkäse, gerieben
  • 300 g Dinkel-Ruchmehl
  • 7 g Salz
  • ¼ TL Pfeffer
  • ½ TL Kümmel, gemahlen
  • 1 TL Paprikapulver
  • Wasser
  • 2 EL Sesam und 1 TL Kümmel, ganz


Zubereitung

  1. Alle Zutaten in eine Schüssel geben. Gut durchkneten, bis sich alle Zutaten gut zu einem homogenen Teig miteinander verbunden haben. Dann den Teig in zwei gleich grosse Portionen teilen und aus jeder Portion eine Rolle von ca. 5 cm Durchmesser formen.
  2. Sesam und Kümmel mischen. Auf Backpapier oder eine flache Platte streuen.
  3. Die Teigrollen leicht mit Wasser einstreichen und anschliessend in der Sesam-Kümmel-Mischung wälzen. Dann die Rollen ca. 30 Minuten kaltstellen.
  4. In dieser Zeit Backblech mit Backpapier belegen. Danach schneidet man von den Teigrollen ca. ½ cm dicke Scheiben ab und legt diese auf das Backblech mit Backpapier.
  5. Die Sesam-Kümmel-Taler werden dann bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 15–20 Minuten goldgelb gebacken. Gut abgekühlt sind sie richtig knusprig.
  6. Dazu passt Blattsalat mit Frühlingskräutern wie Löwenzahn, Vogelmiere oder Bärlauch mit Gemüse-Kümmeldressing.

Rezept: Gemüse-Kümmeldressing

Ergibt ca. 5 dl Dressing

Zutaten

  • ½ dl Apfelessig
  • 1 dl Leinöl
  • 1,5 dl Olivenöl
  • 2 dl Gemüsesaft mit Randensaft
  • 2 EL Senf
  • ca. 1 TL Salz
  • 1 TL Kümmel, gemahlen


Zubereitung

  1. Alle Zutaten zusammen in einer Schüssel verrühren; eventuell kurz mixen.
  2. Abschmecken und in eine Flasche mit weitem Hals abfüllen, gut verschliessen, dann im Kühlschrank aufbewahren. Die Salatsauce ist so mindestens. 2 Wochen haltbar.

Die Autoren

Christian Fotsch

Christian Fotsch betreut seit 2006 inhaltlich den Kräuternewsletter der EGK-Gesundheitskasse. Er hat sich sein umfangreiches Kräuterwissen autodidaktisch angeeignet und zusammen mit seiner Frau Ursula die Kräuter- und Heilpflanzengärtnerei Silberdistel in Brienz (bis 2010) und bis 2019 das bekannte Kräuter-Hotel «Lindenhof», Brienz, geführt.


Sabine Hagg

Sabine Hagg kreiert seit 2022 Rezepte für den Kräuternewsletter der EGK. Hauptberuflich leitet sie die Küche/Gastronomie in der Klinik Arlesheim. Daneben entwickelt sie unter eigenem Label hochwertige Naturprodukte und Naturkosmetik. Den Grossteil der Pflanzen baut sie dafür in den Walliser Bergen selbst an, pflückt diese von Hand und verarbeitet sie mit Liebe und Sorgfalt.

Wonach suchen Sie?
loading
Chat bot Guten Tag, haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns Ihre Anliegen gerne im Chat!