Gemeine Schafgarbe

Achillea millefolium

Frauendank, Augenbraue der Venus, Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Grundheil, Achilleskraut, Tausendblatt – Korbblütengewächse (Asteraceae)

Verwendung in der Naturheilkunde

Die Schafgarbe ist sehr bekannt als Heilpflanze für Frauen und hat eine lange Tradition in der Naturheilkunde, was sich auch an ihren zahlreichen deutschen Namen zeigt, die auf ihre Heilwirkungen hinweisen. Unter anderem wird sie «Frauendank» oder «Augenbraue der Venus» genannt, denn sie gilt seit jeher für viele Frauen als treue Begleiterin. Die österreichische Kräuterkundige Maria Treben schrieb: «Ich kann die Schafgarbe den Frauen nicht oft genug empfehlen» » (Treben, 1982, S. 44). Und ein altes Sprichwort sagt: «Schafgrab‘ im Leib, tut gut jedem Weib.»

Auch heute wird sie noch häufig bei Frauenleiden eingesetzt. Sie gilt als krampflösend, antibakteriell, Gallenfluss anregend und zusammenziehend, woraus sich verschiedene Anwendungen ableiten lassen. Sie kann beispielsweise bei Unterleibskrämpfen und starker oder unregelmässiger Menstruation helfen. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden sowie bei Problemen mit Leber und Galle wird sie unterstützend eingesetzt. Dabei wird die Schafgarbe oft als Tee verwendet oder bei Unterleibskrämpfen als wohltuendes Sitzbad.

Äusserlich aufgelegt können saubere, gequetschte Schafgarbenblätter bei kleinen Schnittwunden, Schürfungen, Verbrennungen und Hautentzündungen hilfreich sein. Zudem werden sie in der Naturheilkunde auch zur Blutstillung aufgelegt. Besonders in Kriegszeiten war die Schafgarbe wichtig für die erste Wundversorgung.

Vorsicht:

Manche Menschen können allergisch oder überempfindlich auf die Schafgarbe reagieren.

  • Bei Fragen zur Anwendung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Naturarzt oder ausgewiesenen Drogisten zu wenden.

Verwendung in der Küche

Die Schafgarbe enthält relativ viele Bitterstoffe und besonders in den Blüten vermehrt ätherische Öle, weshalb man sie wohldosiert einsetzen sollte, damit die kräftigen Aromen nicht überwiegen.

Die Schafgarbe ist wintergrün – somit lassen sich die Blätter auch im tiefsten Winter finden. Im Frühling sind sie jedoch am kräftigsten und dienen in dieser Jahreszeit optimal als würzige Beigabe zu Salaten oder Gemüsegerichten. Später im Jahr, wenn die Pflanze blüht, können die kleinen Blätter unterhalb des Blütenstandes ebenso verwendet werden. Die Blätter eignen sich als Zutat für Bratlinge, Kräutersalze, Brote, Kräuteröle und -Essige oder als knusprige Gemüsechips. Aufgrund ihres filigranen Aussehens können sie zudem als Verzierung vor dem Backen auf Brote und Backwaren gelegt werden.

Vom Sommer bis in den Herbst hinein kann man die kräftigen Blütenknospen und Blüten als Geschmacksgeber vielseitig einsetzen. Als Ganzes verwendet, eignen sie sich zur Aromatisierung von Tees, Spirituosen oder Limonaden. Klein geschnitten sind sie eine würzige Zutat für gekochte Gemüse-, Nudel- und Reisgerichte sowie Aufläufe oder Eintöpfe.

Wissenswertes

In der Schweiz gibt es zahlreiche Schafgarbenarten. Sie wachsen von der Ebene bis in die Hochalpen hinauf. Die bekannteste und am meisten genutzte Art ist die Gemeine Schafgarbe. Sie bevorzugt sonnige, nicht zu feuchte Standorte und ist häufig auf Wiesen, an Strassen und Wegen anzutreffen.

In der griechischen Mythologie soll der Held Achilles Wunden mit der Schafgarbe geheilt haben. Sein Lehrer war der weise und heilkundige Zentaur Chiron. Vermutlich leitet sich der Gattungsname «Achillea» davon ab.

Der Wortteil «garbe» kommt vom Althochdeutschen «garvan» und bedeutet «heilen». Der botanische Artname «millefolium» bedeutet «Tausendblatt».

Früher hatten ihr die Menschen den Namen «supercilium veneris» gegeben, was «Augenbraue der Venus» bedeutet. Denn die Blätter erinnern in ihrem zarten, filigranen, tausendblättrigen Aussehen an eine Augenbraue. Angelehnt an die Heilwirkungen für die Frau, entstand wohl dieser Name.

Funde von Blütenresten der Schafgarbe in einem Grab im Irak belegen, dass die Schafgarbe schon vor 60'000 Jahren von Menschen verwendet wurde.

Die Schafgarbe wird von Schafen sehr gerne gefressen – daher der deutschsprachige Name. Aber auch von Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlingen wird sie genutzt.

Die Pflanze wird bis zu 80 cm hoch und hat eine grundständige Blattrosette, einen harten, zähen, leicht behaarten Stiel mit wechselständig angeordneten, fein gefiederten Blättern. Die Blüten sind weiss bis rosa und bilden eine Doldenrispe, die aus zahlreichen Korbblüten besteht.

Literaturverzeichnis:

Treben, M. (1982). Gesundheit aus der Apotheke Gottes. Steyr: Wilhelm Ennsthaler.

Über die Autoren

Dominik Imhof

Dominik Imhof, aufgewachsen in Muotathal, entdeckte früh seine Leidenschaft für Wildpflanzen und Pilze. Nach einer Karriere als Handballspieler und einer Ausbildung zum Elektroingenieur vertiefte er sein Wissen in Ernährung und Gesundheit. Er absolvierte Ausbildungen zum Fachberater für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Wildpilzen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) sowie zum Heilpflanzenfachmann TEN. Heute teilt er seine Expertise in Exkursionen, Workshops und Gruppenevents. Auf seiner Webseite finden Sie umfassende Informationen zu Wildpflanzen, aussergewöhnlichen Produkten und vielem mehr.
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