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Offenes Buch, Mensch rennt darüber, Heidelbeeren kullern davon

Safrankrokus/echter Safran = Crocus sativus

Schwertliliengewächs = Iridaceae
Volkstümliche Namen: gelbe Würze, Suppengelb

Hinweis: In diesem Kräuterbeschrieb beschreiben wir nur den echten Safran und nicht den falschen Safran = Carthamus tinctorius /siehe EGK - Kräuterarchiv 02/2019.

Safrankrokus, echter Safran

Geschichtliches

Für die meisten Leserinnen und Leser ist das Wissen um den Safran mit Kindheitserinnerungen verbunden: «Backe, backe Kuchen …», war einer jener Sprüche, an den sich sicher viele erinnern können. Safrankrokus = Crocus sativus wurde vor über 3’500 Jahren erstmals schriftlich erwähnt. In der griechischen Mythologie wird erwähnt, dass Zeus auf einem mit Safran gefüllten Bett gelegen haben soll.

Frauen färbten ihre Schleier, Haare und Nägel lange mit Safran. Auch von Künstlerinnen und Künstlern wurde er als natürlicher Farbstoff genutzt und hochgeschätzt. Auf das Fälschen von echtem Safran stand bis ins Mittelalter die Todesstrafe. Gefälscht wurde u.a. mit fein geschnittenen, gelben und rötlichen Blütenblättern wie Ringelblume oder Färbersaflor, dem Safran «des armen Mannes». Reinen und echten Safran bekam man nur direkt bei Produzierenden, bei seriösen Händlerinnen und Händlern und in Fachgeschäften. In der Schweiz wird Safran in Mund angebaut, Europas berühmtestes Safrandorf im Oberwallis. Die klimatischen Bedingungen und die besondere Bodenbeschaffenheit scheinen dem Safrankrokus dort besonders gut zu gefallen.

Botanik und Kultur

Der aus der Familie der Schwertliliengewächse = Iridaceae stammende Safrankrokus hat seine Heimat in Griechenland und im vorderem Orient. Safran ist eine ausdauernde und winterharte, eher flachkugelige Knollenpflanze, aus der sich sechs bis neun schmallineare Blätter entwickeln. Unmittelbar aus der Knolle spriessen die hellvioletten und wohlriechenden Blüten, aus denen die orangeroten Blütennarben ragen, woraus wiederum in viel Handarbeit Safran gewonnen wird. Die Narben haben einen kräftig würzigen, aromatischen Geschmack.

Der Anbau der Safrankrokus verlangt einen warmen und eher trockenen Boden, der südlich geneigt sein sollte. Um ein Kilogramm Safran herzustellen, benötigt man mehr als 150`000 Blütennarben, was rund 350 Arbeitsstunden für die Pflückarbeit entspricht. Für die Anzucht werden die Knollen ausgegraben, sortiert und anschliessend getrocknet. Die abgetrennten Sprossknollen werden für die Neukultur jeweils im August wieder ausgepflanzt. Die so angelegten neuen Safrankulturen bleiben etwa fünf Jahre lang gut ertragsfähig.

Verwendung in der Naturheilkunde

Innerlich wird Safran in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gegen «gestaute Leberenergie», die sich z.B. durch Depression äussern kann, erfolgreich eingesetzt. Ihm wurde früher eine verdauungsfördernde, sowie eine aktivierende Wirkung auf den Kreislauf zugesprochen und auch zu hoher Blutdruck kann mit Safran gesenkt werden. Er darf aber nur in homöopathischen Potenzen verwendet werden. Für eine Selbstmedikation in «Grossmutters Hausapotheke» eignet sich Safran nicht. Wir möchten an dieser Stelle ausserdem darauf hinweisen, dass der medizinische Einsatz von Safran für Schwangere nicht geeignet ist.

Bei Fragen über die Anwendungsmöglichkeiten des Safrans empfehlen wir ihnen, sich an eine Naturärztin oder einen ausgewiesenen Drogisten zu wenden.

Verwendung in der Küche

«…Safran macht den Kuchen gelb». Wer erinnert sich nicht an diesen Spruch, den Mütter und Grossmütter früher jeweils aufgesagt haben, wenn sie einen Gugelhopf oder feine Cakes gebacken haben. Aber auch als Färbemittel für Puddings und Saucen, in Reisgerichten wie der spanischen Paella oder einem feinen italienischen Risotto Milanese wird der Safran als Würze benötigt. Auch in Fischeintöpfen – einer feinen Bouillabaisse – die in der klassischen, französischen Küche nicht fehlen darf, wird Safran als Aroma-Mittel verwendet.

Salzige Safran-Muffins mit Süsskartoffel

Rezept: Salzige Safran-Muffins mit Süsskartoffel

Rezept für 12 Muffins a 60 g

Zutaten

  • 200 g gebratene Süsskartoffelwürfelchen
  • 125 g Sauerrahm
  • 1 Messerspitze gemahlener Safran

  • 4 EL Milch
  • 4 EL Rapsöl
  • 1 Ei
  • 150 g Mehl
  • 50 g Sbrinz, gerieben
  • ½ Päckchen Backpulver
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

 

Zubereitung:

  1. Süsskartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden.

  2. Sauerrahm mit Safran, Milch, Rapsöl und Ei in einer Schüssel gut vermengen. Süsskartoffelwürfel unterheben.

  3. Mehl, Sbrinz und Backpulver dazugeben und unter den Teig mischen.
  4. Masse mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Die Masse gleichmässig in eingefetteten Muffin-Förmchen füllen.

  6. Im auf 180C° vorgeheizten Backofen auf der mittleren Rille 20 Minuten backen.

Tipps: Die Muffins können zum Apéro, Suppe oder Salat serviert werden.

Die Autoren

Christian Fotsch

Christian Fotsch betreut seit 2006 inhaltlich den Kräuternewsletter der EGK-Gesundheitskasse. Er hat sich sein umfangreiches Kräuterwissen autodidaktisch angeeignet und zusammen mit seiner Frau Ursula die Kräuter- und Heilpflanzengärtnerei Silberdistel in Brienz (bis 2010) und bis 2019 das bekannte Kräuter-Hotel «Lindenhof», Brienz, geführt.


Mirko Buri

Mirko Buri kreiert seit 2022 Rezepte für den Kräuternewsletter der EGK. Der ehemalige Gault-Millau-Koch ist Begründer von FOODOO, dem Verarbeiter von aussortiertem Gemüse, das sich im Grosshandel nicht rentabel vermarkten lässt. Vom Food-Waste-Pionier erschienen ist u. a. das Kochbuch «Restenlos glücklich». Bis im März 2020 betrieb er mit «Mein Küchenchef» zudem das erste Anti-Food-Waste-Restaurant der Schweiz.

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