Versichertenkarte der EGK

Die Versichertenkarte dient dazu, bei Leistungserbringern (z.B. Apotheken, Spitäler, Ärzte etc.) die KVG-Deckung nachzuweisen und berechtigt Sie im Notfall zum medizinischen Leistungsbezug im europäischen Raum. So wird garantiert, dass Sie bei Krankheit und Unfall im Ausland nach den Bestimmungen und Tarifen der Sozialversicherung im Aufenthaltsland behandelt.

Das VeKa-Center der Schweizerischen Krankenversicherer betreibt eine Hotline zur Versichertenkarte: +41 32 625 42 29.

Elektronischer Zugangsschlüssel bei Ärzten, Apothekern und Spitälern

Die Versichertenkarte basiert auf Art. 42a KVG (Krankenversicherungsgesetz) und auf der Verordnung über die Versichertenkarte (VVK). Sie erleichtert die Abrechnung zwischen dem Krankenversicherer und dem medizinischen Leistungserbringer.

Die versicherte Person ist verpflichtet, die Versichertenkarte beim Leistungsbezug vorzuweisen. Die Versichertenkarte ist auf ihren Namen ausgestellt, weshalb diese nur von ihr persönlich genutzt werden kann. Der Leistungserbringer kann zusätzlich einen persönlichen Ausweis verlangen.

Die versicherte Person sollte die Versichertenkarte immer bei sich tragen. Bei einem Kartenverlust muss sie sofort ihren Versicherer kontaktieren, damit ein allfälliger Kartenmissbrauch verhindert werden kann.

Die Versichertenkarte dient als elektronischer Zugangsschlüssel zu den aktuellen Versicherten- und Deckungsinformationen beim medizinischen Leistungserbringer und ist deshalb ein Instrument zur elektronischen Abrechnung zwischen Leistungserbringern und Krankenversicherer. Mit der Übergabe der Versichertenkarte an den medizinischen Leistungserbringer erteilt die versicherte Person die Zustimmung zur elektronischen Online-Abfrage beim Versicherer.

Mit Ende des Versicherungsverhältnisses muss die versicherte Person die Karte umgehend vernichten. Dies gilt auch bei Erreichen des genauen  Ablaufdatums der Karte, welches auf der Vorder- und Rückseite der Karte unten rechts ersichtlich ist.

Informationen, die sich auf der Karte befinden

Die gesetzlich vorgeschriebene Vorderseite enthält als Sichtausweis administrative Informationen wie Name, Vorname, Geschlecht und Geburtsdatum der versicherten Person sowie Name und BAG-Nummer des Krankenversicherers. Sie umfasst zudem eine 20-stellige Versichertenkarten-Nummer (VeKa-Nr. gemäss EU-Norm) sowie die 13-stellige AHV-Nummer. Auf der Vorderseite sind die Kontaktdaten des Versicherers und die Notfall-Telefonnummer des Krankenversicherers für In- und Ausland angegeben.

Auf der Rückseite befindet sich die europäische Krankenversicherungskarte für den Einsatz im europäischen Ausland (blaue Rückseite) für die obligatorische Krankenversicherung.

Diese Informationen sind zudem auch auf dem Mikroprozessor abgespeichert und können mit einem Chip-Kartenleser abgelesen werden.

Daten, die im Notfall Leben retten

Zusätzlich zu den administrativen Daten können freiwillig medizinische Notfalldaten gespeichert werden. Notfalldaten sind Daten über Krankheit und Unfallfolgen, Transplantationsdaten, Allergien, Reaktionen, Medikationen, Impfungen, Blutgruppe, Transfusionen, Informationen zur Patientenverfügung, Organspende-Ausweis und Angaben zu Kontaktpersonen im medizinischen und privaten Umfeld.

Das Lesen und Schreiben der medizinischen Notfalldaten ist nur für zugelassene Leistungserbringer möglich und nur im Auftrag des Versicherten. Die Liste der dafür  zugelassenen Leistungserbringer findet sich auf der Web-Seite des VeKa-Centers.

Der Versicherte sollte einen Papierausdruck der gespeicherten Daten vom Leistungserbringer verlangen. Damit sind die Notfalldaten bei einem Kartenverlust gesichert und auch dann verfügbar, wenn der medizinische Leistungserbringer über keine entsprechende elektronische Ausrüstung verfügt.

Der freiwillig gewählte PIN-Code ist zum Schutz der Notfalldaten möglich, aber im Notfall nicht zweckmässig. Der PUK-Code wird nur benötigt, wenn der PIN-Code fünfmal falsch eingegeben wurde. Der PIN/PUK-Code ist dem Krankenversicherer nicht bekannt. Die Krankenversicherer haben auch keine Einsicht in die medizinischen Notfalldaten.